Hochbegabung

Hochbegabung gehört zu den Begabungspotenzialen des Menschens.
Begabungspotenziale
kennzeichnen eine allgemeine Disposition für ein bestimmtes geistiges und körperliches Leistungsniveau, welches erkannt und gefördert werden muss. Ein besonderes hohes Leistungsniveau und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Neugier, Interesse, Ausdauer und Ehrgeiz können auf Sonderbegabung in einem bestimmten Bereich hinweisen. Diese Sonderbegabung muss entdeckt, erkannt und gefördert werden.


Was bezeichnet »Hochbegabung«?

Umgangssprachlich wird Hochbegabung als weit überdurchschnittliche Fähigkeit(en) u./o. Fertigkeit(en) bei scheinbarer Mühelosigkeit bezeichnet. Vorausgesetzt wird hierbei, dass die Hochbegabung bereits erkannt ist. Eine allgemeingültige Definition ist wegen der Komplexität des Phänomens nicht möglich. Den meisten Definitionen ist gemeinsam, dass sie mit Intelligenz die Fähigkeit bezeichnen, sich in neuen Situationen auf Grund von Einsichten leicht zurechtzufinden oder Aufgaben mit Hilfe des produktiven Denkens zu lösen, ohne dass hierfür spezielle Erfahrung, sondern vielmehr das Erkennen von Beziehungen das Wesentliche ist (siehe Friedhart Klix: Erwachendes Denken. 1980).
Das Vorliegen einer Hochbegabung kann nur nach eingehenden fachlichen Untersuchungen mit ausreichender Wahrscheinlichkeit diagnostiziert werden.


Hohe kognitive Fähigkeiten

Kleines Mädchen blättert in Lexikon

Unter „hohen kognitiven Fähigkeiten“ sind intellektuelle Leistungsvoraussetzungen zu verstehen, die im Grad der Schnelligkeit und Leichtigkeit der Aneignung und Ausführung einer Tätigkeit, in der Weite der Übertragung auf andere oder ähnlicheund Probleme und im Grad der Kreativität bei neuartigen Anforderungen zum Ausdruck kommen. es gibt große individuell Unterschiede. Hohe kognitive Fähigkeiten zeichnen sich aus durch ein sehr effektives Arbeitsgedächtnis (Erkenntnisgewinn durch höhere Abstrahierung und Strukturierung von Denkprozessen), einer hohen Reaktionsgeschwindigkeit, Beweglichkeit, Sensibilität und Genauigkeit. Der kognitive Aufwand ist gekennzeichnet durch die Menge der Umklassifizierungen, durch die Höhe des Abstraktionsniveaus und die Stärke der Verkürzungen aufgewendeter Operationen.
(In Anlehnung an: Friedhart Klix: Erwachendes Denken. 1980. Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin. Seite 264)


Hochbegabung und Leistung

Hochbegabung ist eine Möglichkeit aber keine Garantie exzellente Leistungen zu erbringen. Hohe Begabung ist nicht mit sehr guten Leistungen in der Schule gleichzusetzen. Sicher feststellen lässt sich Hochbegabung nur durch einen standardisierten, wissenschaftlich fundierten und fachkundig durchgeführten Test.
Bei jeder Definition der Hochbegabung ist zu beachten, dass die Grenzen zwischen guter, überdurchschnittlicher Begabung, Hoch- und Höchstbegabung fließend sind. Es hat sich eingebürgert, einen IQ von 130 als Grenzwert zur intellektuellen Hochbegabung anzusetzen.


Wo und wie kann Hochbegabung diagnostiziert werden?

Schulpsychologische Beratungsstellen vermitteln bei einigermaßen begründeter Vermutung an eine auf diesem Gebiet spezialisierte Beratungsstelle. Viele hoch- und überdurchschnittlich intelligente Kinder (IQ über 130 bzw. über 120) werden häufig erst nach längerem Leidensweg in den Schulen entdeckt. 2 % der Schulkinder sind nach wissenschaftlichen Erkenntnissen hoch begabt. Falls schulpsychologische Dienste und alle Personen, die in einem Erziehungszusammenhang mit Kindern stehen, nicht über entsprechende Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügen, wird das Problem der geistigen Unterforderung auf dem Rücken der Kinder ausgetragen.

Hoch begabte Kinder können sich selbst nicht immer adäquat einschätzen. Der Umgang mit ihnen gestaltet sich oft sehr schwierig. Risikogruppen sind Kinder und Jugendliche, deren Begabung leicht übersehen oder nicht rechtzeitig erkannt werden. Dazu gehören neben körperlich oder psychisch Behinderte vor allem begabte Mädchen sowie die Gruppe der Underachiever. Underachiever sind jene Schülerinnen und Schüler, die im Hinblick auf ihre intellektuellen Fähigkeiten in den (Schul-)Leistungen deutlich zurückbleiben, also erwartungswidrig schlechter abschneiden; deren psychische und/oder soziale Situation erlaubt es offenbar nicht, ihr Begabungspotential in adäquate Verhaltensleistungen umzusetzen. Experten schätzen, dass bis zu 50 % der hoch begabten Schüler/innen als Underachiever unerkannt bleiben, somit also keine individuell angemessene Förderung erfahren.

Warum brauchen Hochbegabte Hilfe?

Oft werden sie als Streber und Angeber genannt, gemobbt, langweilen sich, erhalten schlechte Noten, müssen die Klasse wiederholen, Schulverweigerung usw.
trotz
hohem Detailwissen
großem Wortschatz
flüssiger Sprache
schneller Auffassungsgabe usw.

Dr. Renate Eichhorn

Talente:
„Die Talente sind oft gar nicht so ungleich,
im Fleiß und im Charakter liegen die Unterschiede.“
Theodor Fontane

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